Hochsaison für Sonnenkollektoren – was jetzt zu beachten ist

Jahrhundertsommer ja oder nein? Während die Experten intensiv über die jüngsten Hitzerekorde debattieren, strahlen Besitzer einer thermischen Solaranlage weiterhin mit der Sonne um die Wette. Für sie war und ist der Sommer 2018 ein Fest. Seit Monaten zahlen sie keinerlei Energiekosten für warmes Duschwasser oder für Warmwasser für die Waschmaschine oder den Geschirrspüler, wenn er an die Anlage angeschlossen ist. Gleichzeitig stand die Anlage während der Hochsaison wochenlang unter enormer Belastung. Grund genug bei der nächsten Wartung besonders genau hinzuschauen, damit die Solaranlage auch für die Zukunft gewappnet ist. Wir sagen Ihnen, was Sie unbedingt im Blick haben sollten.

 

Solarkollektor

 

Alterung der Solarflüssigkeit: ph-Wert im Auge behalten

Besonders im Fokus sollte die Wärmeträgerflüssigkeit stehen. Selbst optimal dimensionierte Anlagen sind in diesem Sommer nicht um Stagnationsphasen herumgekommen. Stagnation bedeutet, dass die erzeugte Solarwärme nicht mehr an den Speicher abgegeben werden kann und die Flüssigkeit in den Kollektoren verdampft. Soweit erst einmal unproblematisch. Bei jeder Stagnation wird die Wärmeträgerflüssigkeit allerdings einer beschleunigten Alterung unterzogen. Das ist messbar.

Indikator ist in diesem Fall der pH-Wert. Im Auslieferzustand liegt der pH -Wert der Flüssigkeit bei über 8,0, im Zuge einer häufigen Stagnation sinkt er. Sobald der pH -Wert auf 7,0 oder darunter fällt, ist eine Grenze überschritten und ein Wechsel erforderlich. Für die Wartung erweist sich der pH -Wert damit als noch wichtiger als die reine Angabe des Frostschutzes. Denn: Im Gegensatz zum pH-Wert verändert sich dieser von selber nicht. Neben der Veränderung des pH-Wertes gilt der Blick auch der Farbe der Solarflüssigkeit. Mit hoher Temperaturbelastung geht eine Farb- und Geruchsänderung einher. Die Alterung der Solarflüssigkeit lässt sich relativ einfach an einer Dunkelfärbung sowie einer leichten Geruchsentwicklung ablesen. Andauernde Überhitzung führt zur Entwicklung eines stechenden „verbrannten“ Geruchs sowie zur Bildung dunkelbraun-schwarzer, klebriger und unlöslicher Zersetzungsprodukte, die den Durchfluss vermindern und damit die Leistungsfähigkeit der Anlage einschränken. Dann bewegt sich der pH -Wert deutlich unter 7,0. Soweit sollte es aber bei einer regelmäßigen Wartung gar nicht erst kommen.

 

Wichtige Hinweise zu Wartung und Ersatzteilen

Natürlich müssen Experten bei einer Wartung auch die Funktionstüchtigkeit des Ausdehnungsgefäßes sowie die des Sicherheitsventils prüfen. Sollte z.B. das Ausdehnungsgefäß defekt und noch keine zehn Jahre alt sein, empfiehlt es sich, nicht nur das Gefäß zu tauschen, sondern zur Sicherheit auch das erforderliche Volumen erneut auszurechnen. Digitale Werkzeuge vereinfachen und beschleunigen das erheblich. Die COSMO-App bietet ein Tool, mit dem sowohl die erforderliche Ausdehnungsgefäßgröße als auch die evtl. erforderliche Größe des Vorschaltgefäßes berechnet werden kann.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Installation eines Vorschaltgefäßes: Beachten Sie, dass es über eine Rohrleitung, die mindestens 30 Zentimeter vor der Solarstation im Rücklauf abgenommen wird, in Reihe mit dem Ausdehnungsgefäß montiert ist bzw. wird.

Beachten Sie diese Punkte bei der Wartung, kann die nächste Hitzeperiode kommen. Ob Jahrhundertsommer ja oder nein – Ihre thermische Solaranlage ist optimal vorbereitet.

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